Wenn du beginnst, den Weg zu gehen, dann erscheint der Weg.

Rumi

Wenn du beginnst, den Weg zu gehen, dann erscheint der Weg.

Rumi

MEIN WEG ZUM YOGA

Meine erste Yogaerfahrung machte ich auf einem Felsen auf Costa Rica: Kundalini Yoga mit Fateh. Fateh war Yogalehrerin und die Gastgeberin unseres Bungalow-Resorts. Auf besagtem Felsen saßen also Fateh, mein Mann und ich – derzeit die einzigen Gäste, die das Yogaangebot wahrnahmen. Als Fateh begann, OM zu singen und sich zu bewegen, musste ich mir das Lachen verkneifen. Ich konnte meinem Mann nicht in die Augen gucken. Es war einfach abstrus, wie wir da im Schneidersitz auf einem Felsen saßen und sangen. ‘Fateh’ bedeutet übrigens Erfolg. Und Fateh war erfolgreich darin, den ersten Funken für meine spätere Yoga-Leidenschaft in mir zu entfachen. Irgendetwas passierte da auf dem Felsen mit mir und meiner Energie. Da war Lachen, Weinen, Wut, Euphorie, alles da.

Und ich konnte sie spüren, die Verbindung. Die Verbindung zu der Natur um uns herum und der natürlichen Kraft, die das Leben antreibt.

Kaum waren wir aus dem Urlaub zurück, meldete ich mich bei einem Yogastudio in unserer Nähe an. Wir wohnten damals in Amsterdam. Mein Job als Marketing Managerin in einem amerikanischen Sportunternehmen war stressig und verlangte mir einiges ab. Ich war überwiegend damit beschäftigt, mich zu behaupten, um nicht unterzugehen. Dabei stieß ich täglich an meine Grenzen. In wichtigen Meetings fehlte mir zum Beispiel das Selbstvertrauen, meine Meinung zu sagen. Trotzdem wollte ich gut sein, das setzte mich sehr unter Druck. Denn “gut” war man, wenn man laut war, neue Ideen hatte, und die Dinge vorantrieb. Passte ich überhaupt in so einen Job?

Ich ging also zu meiner ersten “echten” Yogastunde im Svaha Yoga, und weinte mir im Shavasana die Augen aus dem Kopf. Michael, der Yogalehrer, sagte nämlich so Dinge wie „Du kannst jetzt loslassen, musst nichts mehr tun, nichts mehr leisten, nur noch sein.“ Oh man, das hatte mir schon lange niemand mehr gesagt – das hatte ich mir schon viel zu lange selbst nicht mehr gesagt.

Du musst nichts mehr tun, nur sein.

Ich versuchte den Druck und den Stress, den mir mein Job bereitete, zu kompensieren. Manchmal war das Glas Wein dabei schneller zu Hand als die Yogamatte. Und meine innere Stimme flüsterte mir zu, dass diese Art von Leben nicht das Richtige für mich sei. Als das Flüstern fast schon ein Schreien wurde, wollte ich meine Beziehung beenden, meinen Job kündigen, alles hinschmeißen und auswandern. Aber das Leben hatte eine bessere Idee: ich war schwanger. An meinem letzten Arbeitstag vor dem Mutterschutz, etwa 6 Wochen vor der Geburt, watschelte ich also an der Gracht entlang nach Hause, mit dem einen euphorisierenden Gedanken im Kopf:

Jetzt darf ich endlich inneren Frieden finden.

Von wegen. Mir hatte vorher keiner gesagt, wie herausfordernd das ganze Thema Kinder eigentlich ist. Man versucht ja irgendwie vom ersten Tag an alles richtig zu machen und hat dabei keine Ahnung was das Richtige eigentlich ist. Alle wissen es, nur du nicht. So fühlt es sich zumindest oft an.

Ich bin nach der Geburt unseres Sohnes nicht mehr in meine alte Firma zurückgegangen. Auch andere Dinge um mich herum hatten begonnen sich zu verändern – wir mussten aus unserer Wohnung ausziehen und mein Mann verlor seinen Job. Vielleicht kennst du das auch, wenn sich eine Sache im Leben verändert und plötzlich sämtliche Steine ins Rollen kommen? Ich liebe diesen Fluss des Lebens. Daher auch meine Liebe zum Anusara Yoga, wo es genau darum geht:

Sich dem Fluss des Lebens hinzugeben.

Wir ließen uns also weiter treiben, von Amsterdam über Italien nach Hamburg, von Sohn eins über Sohn zwei zu Tochter drei.

In Hamburg bin ich meinem künftigen Yogalehrer und Ausbilder begegnet, ein Unikat, Freigeist und Meister seines Fachs, von dem ich sehr viel lernen durfte. Anfang 2015 startete ich meine traditionsübergreifende Hatha Yogaausbildung bei Yoga Now.

Die nächsten eineinhalb Jahre waren sehr intensiv und prägend, weil ich so viel Neues lernen und verstehen durfte. Oder auch erstmal nicht verstehen. Ich hatte bis dato ja keine Ahnung, wie tief dieses ganze System Yoga eigentlich geht, und wie radikal es in seiner Tradition sein kann. Man denke hier nur an diverse Reinigungsrituale, die ich keinem zur Nachahmung empfehle. Wir Auszubildende mussten da durch. Um zu verstehen. Mussten 40 Tage lang um 4h morgens aufstehen um ein Sadhana zu praktizieren. Um zu verstehen. Die ganze Nacht durchmeditieren, ohne einzuschlafen. Um zu verstehen. Sämtliche Atemtechniken rauf- und runterhecheln, bis uns schwindelig wurde. Um zu… Was eigentlich verstehen? Dass es beim Yoga nicht um die körperliche Praxis geht, sondern um den Geist.

Eine neue Welt tat sich auf.

Körper, Geist und Seele, endlich begann diese Dreifaltigkeit für mich Sinn zu ergeben. Um alle drei in Einklang zu bringen, musst du dich ganz schön gut selbst kennen, vor allem erkennen. Wow. Diese Entdeckungsreise hält bis heute an, und ich freue mich von Herzen dass wir uns hier unterwegs begegnen. Denn es geht längst nicht mehr nur um mich, ich habe den inneren Wunsch meine Yogaerfahrung weiter zu geben, die Energie mit dir zu teilen, zu unterrichten. Dafür brauche ich dich. Denn eins ist mir durch Yoga im Laufe der Jahre klar geworden:

Wir sind alle miteinander verbunden. Du und ich, ich und du.

MEINE AUSBILDUNG AUF EINEN BLICK

♥ Traditionsübergreifende Yoga-Ausbildung 535UE, Yoga Now e.V. bei Thomas Kluge, Hamburg

♥ Zusatzmodul Yoga für Kinder, Yoga Now e.V., Hamburg

♥ Anusara-Yoga Brückenmodul 36UE, Jyoti Yoga bei Veronika Freitag, Hamburg

♥ Fortbildung Yoga und Trauma 30UE bei Nicole Witthoefft, Hamburg

Workshops

The Art of Sequencing, Nicole Bongartz, Lord Vishnu’s Couch, Köln

The Art of Awakening, Katchie Ananda, Svaha Yoga, Amsterdam

Energy Yoga, Anna Trökes, Shivas Loft, Düsseldorf

Harmonium und Mantra, Shivas Loft, Düsseldorf

Strength and Grace, Barbra Noh, Vishnus Vibes, Düsseldorf

Yin Yoga, Andrea Huson, Neuss

Die mentale Kraft des Ayurveda, Janesh Vaidya, Vishnus Vibes, Düsseldorf